1. Fläche messen, und zwar alles
Nimm dir eine halbe Stunde und miss mehr, als du für nötig hältst. Breite und Tiefe der Fläche sind der Anfang, entscheidend sind die Störungen darin: Säulen, Heizkörper, Steckdosen, Fensterbänke, Türen, die nach innen aufgehen, und der Sprinklerkopf an der Decke, unter dem nichts stehen darf. Zeichne einen groben Grundriss auf Papier und trage jede Störung mit Maß ein.
Miss die Höhe an mehreren Stellen, nicht nur an einer. Alte Läden haben schräge Decken, Fenstersturz und Lüftungsrohre. Für ein freistehendes Regal zählt die niedrigste Stelle, an der es stehen soll.
Und miss den Weg hinein: Tür, Treppe, Aufzug, enge Kurven im Flur. Unsere Kartons sind etwa 60 × 43 × 40 cm groß und wiegen höchstens 20 kg. Das passt durch jede normale Tür, aber nicht durch jeden Aufzug in einem Hinterhof.
- Breite, Tiefe, Höhe an der niedrigsten Stelle
- Säulen, Heizkörper, Steckdosen, Fensterbänke, Türaufschlag
- Weg vom Lieferort bis zur Fläche: Türbreiten, Treppen, Aufzug
- Wo kommt das Licht her, wo ist die Kasse, wo der Eingang
2. In Felder umrechnen
Ein Feld hat ein Raster von 37,5 cm, von Hub-Mitte zu Hub-Mitte. Außen misst ein einzelnes Feld rund 41 cm, jedes weitere Feld in einer Richtung bringt 37,5 cm dazu, weil sich benachbarte Felder die Leisten und Hubs teilen. Für die Zahl der Felder nebeneinander ziehst du von deiner Breite rund 3,5 cm ab und teilst durch 37,5 cm, abgerundet.
Dieselbe Rechnung gilt für die Tiefe. Ein Feld tief reicht für Ware, die man von vorn anschaut: Kosmetik, Bücher, Keramik, Textilien gefaltet. Zwei Felder tief brauchst du für Tische, Inseln, die man von beiden Seiten begeht, und für hohe Regalwände, die frei im Raum stehen.
| Verfügbare Breite | Felder nebeneinander | Außenmaß |
|---|---|---|
| 1 m | 2 | 78,5 cm |
| 1,5 m | 3 | 116,0 cm |
| 2 m | 5 | 191,0 cm |
| 2,5 m | 6 | 228,5 cm |
| 3 m | 7 | 266,0 cm |
| 4 m | 10 | 378,5 cm |
3. Höhe festlegen
Zwei Felder übereinander ergeben Tischhöhe, drei sind Brusthöhe, vier eine Regalwand, an der man noch alles ohne Leiter erreicht. Mehr als 6 Felder übereinander gibt es nicht. Freistehend darf ein Regal höchstens 3-mal so hoch sein, wie es tief und wie es breit ist: ein Feld tief also drei Felder hoch. Für eine höhere Wand baust du zwei Felder tief oder befestigst sie an der Wand, das Häkchen dafür setzt du im Konfigurator.
Denk beim Festlegen der Höhe an die Ware, nicht an die Decke. Was verkauft werden soll, gehört zwischen Hüft- und Augenhöhe, also in die Felder zwei und drei. Das unterste Feld ist Lagerfläche oder Bühne für Großes, das oberste trägt Deko, Pflanzen oder dein Motiv.
| Felder übereinander | Außenhöhe | Taugt für |
|---|---|---|
| 1 | 41,0 cm | Podest, Sitzbank, Tisch als Insel |
| 2 | 78,5 cm | Theke, Tisch, Warenträger in der Mitte |
| 3 | 116,0 cm | Regal an der Wand, freistehend ein Feld tief |
| 4 | 153,5 cm | Regalwand, Rückwand mit Motiv |
| 5 | 191,0 cm | Werbewand und hohe Rückwand, zwei Felder tief oder an der Wand |
| 6 | 228,5 cm | Raumteiler bis zur Decke, nur mit Wandbefestigung |
4. Wege und Blickachsen
Zwischen zwei Regalen brauchst du mindestens 90 cm, damit eine Person mit Tasche bequem durchkommt, besser 120 cm, wenn sich zwei begegnen sollen oder ein Kinderwagen dabei ist. Vor der Kasse und am Eingang doppelt so viel. Wer die Gänge zu eng plant, verliert nicht die Ware, sondern die Kunden: Sie bleiben am Eingang stehen und schauen, statt hineinzugehen.
Stell dich an den Eingang und schau, was man zuerst sieht. Genau dort gehört die wichtigste Ware hin oder deine Motivwand mit Marke und Botschaft. Die Kasse steht nicht in der ersten Blickachse, sondern dort, wo der Weg endet. Fenster bleiben frei, bis auf eine niedrige Stufe mit Schaufensterware, damit Licht und Blick von draußen hineinkommen.
Ein Trick aus dem Einzelhandel: Plane den Weg des Kunden als Schleife, die rechts beginnt. Die meisten Menschen drehen beim Betreten nach rechts und laufen gegen den Uhrzeigersinn. Regale, die diese Schleife begleiten, werden angeschaut; Regale, die ihr im Weg stehen, werden umgangen.
5. Böden, Wände und was hineinkommt
Jedes Feld hat einen Boden, aus Birke oder weiß, auf Wunsch aus Acryl. Das oberste Feld bekommt gegen Aufpreis einen Regalboden oben, dann wird die Oberseite zur Ablage. Wände kommen an die Außenseiten: milchig als ruhige Fläche, bedruckt mit deinem Motiv als Werbefläche. Eine Wand misst 37,2 cm im Quadrat, mehrere nebeneinander ergeben eine durchgehende Fläche, auf der ein Motiv über das ganze Regal läuft.
Wylli ist für Warenpräsentation gemacht, nicht für Lager. Schwere Dinge wie Getränkekisten oder Fliesenstapel gehören nicht hinein, Kosmetik, Mode, Keramik, Bücher, Elektronik und Deko schon. Wenn du etwas Schweres zeigen willst, stell es auf ein einzelnes Feld in Podesthöhe, nicht in die vierte Etage.
6. Im Konfigurator bauen
Jetzt übersetzt du den Papierplan in den Konfigurator. Starte mit einer Vorlage oder einer Idee aus dem Katalog, die deinem Grundriss am nächsten kommt, und pass sie an: Felder anbauen, entfernen, Regale verschieben und drehen. Du siehst die Außenmaße jedes Regals und den Preis live. Danach setzt du die Wände, lädst dein Motiv hoch und wählst den Zeitraum.
Ein Beispiel: Ein Laden mit 5 m Breite und 3 m Tiefe. An der langen Wand eine Regalwand aus 12 × 3 Feldern (ein Feld bleibt für die Tür frei), in der Mitte eine Insel aus 2 × 2 Feldern, zwei Felder hoch. Das sind 44 Felder in 2 Regalen. Für zwei Wochen kostet das 837,05 € Miete mit dem Aufschlag für das zweite Regal, dazu 87,00 € Versand hin und zurück und die Kaution von 880,00 €, die nach der Rückgabe zurückkommt. Alle Beträge netto, Stand Oktober 2026.
- Fehler, die wir oft sehen: zu hoch geplant, weil die Decke es hergibt, nicht die Ware.
- Alle Regale an die Wand, die Mitte bleibt leer: Die Fläche wirkt wie ein Flur.
- Das Motiv auf die Rückwand hinter der Kasse: Dort sieht es niemand mehr, es gehört in die erste Blickachse.
- Den Karton-Weg vergessen: Lieferung in den Laden ist einfach, in den dritten Stock ohne Aufzug nicht.
Was du am Aufbautag brauchst
Das Regal kommt 3 Werktage vor deinem Mietbeginn, damit Zeit zum Aufbauen bleibt. Werkzeug brauchst du keins: Leisten in die Hubs stecken, Vierteldrehung, fertig. Zu zweit steht ein Feld in wenigen Minuten. Nimm den Grundriss mit, klebe die Standorte mit Malerkrepp auf den Boden und bau dort auf, wo das Klebeband liegt. Das erspart das Verschieben fertiger Regale.


































