Ratgeber · Pop-up und Laden

Warenpräsentation im Laden: Regeln und Fehler

Gute Ware verkauft sich schlecht, wenn man sie nicht sieht oder nicht erreicht. Die Warenpräsentation entscheidet, was Kunden zuerst bemerken, was sie in die Hand nehmen und was sie an der Kasse noch dazulegen. Das Gute daran: Sie kostet nichts außer einen Nachmittag und einen klaren Blick. Mit wenigen Grundregeln wirkt dein Regal geordnet statt zufällig, und mit einer festen Reihenfolge beim Einräumen bleibt es das auch, wenn Nachschub kommt.

Sichthöhe und Griffhöhe

Was auf Augenhöhe steht, wird gesehen und genommen. Ganz unten und ganz oben sieht man Ware seltener; unten bückt sich niemand gern, oben erreicht nicht jeder hin. Stell deshalb Bestseller und Neuheiten in die mittleren Ebenen, Nachschub und Großes nach unten, Dekoration und Leichtes nach oben. Was du loswerden willst, kommt in die Griffhöhe, was sich von allein verkauft, darf auch tiefer stehen.

Eine feste Höhenangabe für alle gibt es nicht, denn Kunden sind unterschiedlich groß, und Kinderware gehört auf Kinderhöhe. Prüfe es selbst: Stell dich vor das Regal und schau, was du ohne Bücken und Strecken erreichst. Die Tabelle zeigt, wie hoch Felder im Außenmaß werden und welche Zone das ist:

Felder übereinanderAußenhöheZone
141 cmBückzone: Nachschub, Großes, Schweres auf dem Boden
278,5 cmGriffzone unten: Basisware, volle Reihen
3116 cmSichtzone: Bestseller, Neuheiten, das Teuerste
4153,5 cmStreckzone: Leichtes, Deko, Motiv
5191 cmNur noch Motiv und Marke
6228,5 cmDeko oder nichts

Gruppen, Dreiecke, Ordnung nach Farbe oder Thema

Das Auge liest ungerade Gruppen leichter als gerade: drei Dinge wirken ruhiger als zwei oder vier. Stell sie als Dreieck auf, das höchste Stück in die Mitte oder nach hinten, die kleineren davor. Eine Gruppe braucht einen Zusammenhang, den man ohne Schild versteht: dieselbe Farbe, dasselbe Material, derselbe Anlass.

Ordne nach Farbe oder nach Thema. Farben nebeneinander von hell nach dunkel wirken ruhig, Themen wie „Frühstück“ oder „Geschenke“ helfen beim Suchen und verkaufen das Zweite gleich mit. Wechsle die Ordnung nicht in jedem Fach, sonst verwirrt sie: Ein Regal nach Farbe, das nächste nach Thema, nicht beides in einem.

Lass zwischen den Gruppen Luft. Ein Fach mit zwei Gruppen und Abstand dazwischen wirkt teurer als ein Fach, das bis zum Rand voll ist, und die Kunden greifen eher hinein, weil sie nichts umwerfen können.

Fülle und Leere

Ein volles Regal sagt: reichlich Auswahl. Ein Regal mit Leerraum sagt: Das ist besonders. Mische beides: Unten und für Basisware darf es voll sein, in den Fächern auf Augenhöhe zeigst du weniger Stücke mit Luft dazwischen. Ein Laden, der überall voll ist, wirkt wie ein Lager; einer, der überall leer ist, wie kurz vor der Schließung.

Wylli ist für die Präsentation von Ware gedacht, nicht für schwere Lasten. Stell schwere Dinge deshalb nicht in die Fächer, sondern auf ein einzelnes Feld in Podesthöhe oder auf den Tisch.

Preisschilder und Beschriftung

Kunden fragen ungern nach dem Preis, und wer fragen muss, kauft seltener. Jedes Stück oder jede Gruppe braucht ein lesbares Schild, am besten an derselben Stelle: immer rechts unten, immer vorn. Einheitliche Schilder in derselben Schrift wirken ordentlich; handgeschriebene Schilder sind in Ordnung, wenn alle handgeschrieben sind.

Überschriften an Regalen helfen beim Orientieren, zum Beispiel „Neu“ oder „Geschenkideen“. Halte Beschriftungen kurz, sonst liest sie niemand. Eine bedruckte Wand oben im Regal mit dem Namen der Kategorie ist die ruhigste Lösung und muss nicht jede Woche neu geschrieben werden.

Regelmäßig umstellen

Stammkunden sehen Veränderungen, und sie sehen auch, wenn es keine gibt. Stell darum regelmäßig um: die Neuheiten nach vorn, Ladenhüter in eine andere Gruppe, eine Fläche mit einem neuen Thema. Beim Umbau musst du nicht neu bauen. Die Felder steckst du ohne Werkzeug um, aus der Regalwand wird eine Insel, aus zwei Inseln eine Theke.

Ein fester Rhythmus hilft: eine kleine Änderung jede Woche, eine große jeden Monat, ein neues Thema jede Saison. Was sich drei Wochen auf Augenhöhe nicht verkauft hat, kommt woanders hin oder wird Teil einer Gruppe, die sich verkauft.

Mach vor jedem Umstellen ein Foto und leg es zu den anderen. Nach ein paar Monaten siehst du, welche Anordnung sich verkauft hat und welche nur schön aussah; das ist die ehrlichste Statistik, die ein kleiner Laden hat, und sie kostet nichts.

Ein Regal einräumen, Schritt für Schritt

Wer ein Regal zum ersten Mal einräumt oder nach dem Nachschub neu ordnet, fährt mit dieser Reihenfolge am besten:

  • Alles raus. Ein halb geräumtes Regal lässt sich nicht neu denken.
  • Zonen festlegen: Was kommt auf Augenhöhe, was nach unten, was nach oben.
  • Gruppen bilden, bevor etwas ins Regal kommt: auf dem Tisch, in Dreiergruppen, nach Farbe oder Thema.
  • Die Augenhöhe zuerst füllen, mit Luft; dann unten voll, dann oben leicht.
  • Schilder an jede Gruppe, an dieselbe Stelle.
  • Drei Schritte zurück, von der Tür aus schauen, ein Foto machen. Was auf dem Foto unruhig wirkt, ist es auch.

Häufige Fehler in der Warenpräsentation

Prüfe dein Regal auf diese Punkte, am besten mit dem Foto von eben:

  • Alles in eine Reihe gestellt: Es fehlt ein Blickpunkt.
  • Zu viele Gruppen auf zu engem Raum, oder Gruppen ohne erkennbaren Zusammenhang.
  • Die wichtigste Ware ganz unten oder ganz oben.
  • Preisschilder fehlen, sind unleserlich oder jedes anders.
  • Staub und Lücken: Leere Plätze nicht nachgefüllt, die Lücke sieht nach „ausverkauft“ aus.
  • Dekoration verdeckt die Ware, statt sie zu betonen.
  • Nie umgestellt: Das Regal wird unsichtbar, auch für dich.

Dein nächster Schritt

Nimm dir ein Regal vor und räum es einmal komplett aus. Stell dann nur die Hälfte wieder hinein, in Dreiergruppen, nach Farben geordnet, mit Schildern. Wie Regale für Läden mit Wylli aussehen, siehst du auf der Seite Ladeneinrichtung mieten. Im Konfigurator probierst du verschiedene Höhen aus.

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