Ratgeber · Pop-up und Laden

Concept Store eröffnen: so planst du Marken und Fläche

Ein Concept Store verkauft nicht einfach Ware, sondern eine Auswahl mit Haltung. Die Schwierigkeit: Sortiment, Partnermarken, Fläche und Einrichtung müssen zusammenpassen, und vorher weißt du nicht, ob der Ort funktioniert, ob die Marken zueinander passen und ob die Kunden kommen, die du im Kopf hast. Dieser Artikel führt dich durch die Planung: von der Idee über die Marken und die Fläche bis zur Einrichtung, und er zeigt, wie du erst vier Wochen auf Zeit testest, bevor du dich langfristig bindest.

Was macht einen Concept Store aus?

Zwei Dinge unterscheiden ihn von einem normalen Laden: die Kuratierung und die Geschichte. Du wählst Ware nicht nach Vollständigkeit, sondern nach einer Idee aus, zum Beispiel Wohnen mit Handwerk, Mode mit Haltung oder Geschenke aus der Region. Die Geschichte dahinter erklärt, warum diese Dinge zusammengehören, und sie ist das, was Kunden weitererzählen.

Prüfe jede Marke und jedes Produkt an einer Frage: Passt es zur Idee? Lieber weniger Marken, die zusammen eine klare Aussage haben, als viele, die nur das Regal füllen. Ein Concept Store mit acht Marken, die sich ergänzen, wirkt größer als einer mit dreißig, die sich widersprechen.

Schreib die Idee in zwei Sätzen auf, bevor du irgendetwas anderes tust. Der erste Satz sagt, was es gibt, der zweite, für wen. Wenn du die beiden Sätze nicht hinbekommst, ist die Idee noch nicht fertig, und das merkst du besser jetzt als nach der Unterschrift unter den Mietvertrag.

Sortiment und Partnermarken

Für die Zusammenarbeit mit Marken gibt es grob drei Wege. Welcher passt, hängt von Marke, Ware und deinen Mitteln ab. Das ist eine allgemeine Übersicht und keine Rechtsberatung. Lass Verträge im Zweifel prüfen.

  • Einkauf: Du kaufst die Ware ein und verkaufst sie weiter. Das Risiko liegt bei dir, dafür entscheidest du über Auswahl und Preis, und die Marge ist deine.
  • Kommission: Die Marke stellt Ware bereit und bekommt einen Anteil, wenn sie verkauft wird. Das Lagerrisiko liegt eher bei der Marke, du brauchst eine klare Abrechnung und eine Regel für Schwund und Schäden.
  • Fläche auf Zeit: Eine Marke bekommt für einen Zeitraum eine Fläche oder Wand im Laden und gestaltet sie selbst. Das passt gut zu wechselnden Marken und bringt feste Einnahmen, unabhängig vom Verkauf.
WegWer trägt das RisikoPasst, wenn
Einkaufdudu die Marken kennst und Kapital hast
Kommissioneher die Markedu neue Marken ausprobierst
Fläche auf Zeitdie MarkeMarken selbst auftreten wollen und wechseln

Fläche finden: worauf du achtest

Für den Test reicht oft eine kleinere Fläche mit guter Lage. Wichtig sind Laufkundschaft, ein Schaufenster zur Straße und ein Mietvertrag, der zur Testzeit passt. Frag nach Zwischennutzungen und befristeten Verträgen; viele Städte und Eigentümer vermitteln leere Läden für Wochen oder Monate, weil Leerstand ihnen mehr schadet als eine kleine Miete. Manche bringen die Einrichtung gleich mit, etwa als Ausstattung für Pop-up-Programme.

Kläre mit dem Vermieter die Hausregeln, etwa zu Beleuchtung, Beschriftung am Fenster und Befestigung an Wänden. Wylli steht frei im Raum und hat keinen Brandschutznachweis. Frag deshalb vorher, was der Vermieter für Einbauten verlangt, und miss die Fläche samt Säulen, Heizkörpern und Türaufschlag, bevor du die Markenflächen planst.

Einrichtung, die sich mit den Marken ändert

Ein Concept Store wechselt Marken und Themen, und die Einrichtung muss mit. Dafür taugt ein System, das du ohne Werkzeug umstecken kannst: Heute drei Markenflächen nebeneinander, nächsten Monat zwei große und eine Insel in der Mitte. Gib jeder Marke eine eigene Fläche oder Wand, die ihr Motiv tragen darf, und lass zwischen den Flächen einen Schritt Abstand, damit man sieht, wo eine Marke endet und die nächste beginnt. Ein Feld misst rund 41 cm im Außenmaß, das Raster ist 37,5 cm.

In unserem Beispiel hat jede der 3 Marken eine Regalwand aus 6 Feldern (drei breit, zwei hoch), zusammen 18 Felder in drei Regalen. Freistehend darf ein Regal höchstens 3-mal so hoch wie tief und wie breit sein, höchstens 6 Felder übereinander. Höher geht es nur mit Wandbefestigung oder doppelter Tiefe.

Die gemeinsame Klammer ist dein eigenes Motiv: eine Wand mit dem Namen des Stores über dem Eingang oder hinter der Kasse. Sie bleibt, wenn die Marken wechseln, und sie ist das, was auf den Fotos steht.

Erst auf Zeit testen: Rechenbeispiel

Eine Miete beginnt bei 7 Tagen, mehr Wochen werden bis zu 30 % günstiger. Du kannst also vier Wochen testen, ohne eine Einrichtung zu kaufen, und danach verlängern oder zurückgeben. Das Beispiel: 3 Markenflächen mit 18 Feldern, 4 Wochen, 6 bedruckte Wände mit dem Namen deines Stores und den Logos der Marken.

PostenBetrag netto
Miete 18 Felder, 3 Regale, 28 Tage, mit Staffelrabatt695,97 €
6 bedruckte Wände, einmalig, gehören dir119,40 €
Versand hin und zurück, etwa 2 Pakete58,00 €
Zusammen873,37 €
Kaution, kommt nach der Rückgabe zurück360,00 €

Woran du nach vier Wochen merkst, ob es funktioniert

Ein Test ist nur ein Test, wenn du vorher festlegst, was du danach wissen willst. Vier Fragen, die sich nach vier Wochen beantworten lassen:

  • Kommen die Kunden, die du im Kopf hattest? Schau dir an, wer kauft, nicht nur wie viele.
  • Welche Marke verkauft sich, welche nicht? Eine Markenfläche, an der niemand stehen bleibt, passt nicht zur Idee.
  • Reicht die Fläche, oder ist sie zu groß? Leere Ecken sieht man auf dem Grundriss nicht, im Laden schon.
  • Was sagen die Marken? Wer nach vier Wochen bleiben will, ist ein Partner; wer zögert, war nur Füllung.

Checkliste vor der Eröffnung

Geh diese Punkte durch, bevor du die Fläche zusagst:

  • Idee in zwei Sätzen formuliert, inklusive der Frage, für wen der Laden ist.
  • Marken ausgewählt und die Zusammenarbeit geklärt (Einkauf, Kommission, Fläche auf Zeit), schriftlich.
  • Fläche besichtigt, Vertragsdauer und Hausregeln geklärt, Grundriss gemessen.
  • Einrichtung geplant: eine Fläche je Marke, Motive und Aufbau gebucht.
  • Kasse, Beschriftung und Preisschilder vorbereitet, Kartenzahlung getestet.
  • Testzeit und Ziel festgelegt: Woran merkst du, ob es funktioniert?
  • Eröffnung angekündigt, mit den Marken zusammen; jede bringt ihre Kunden mit.

Dein nächster Schritt

Schreib die Idee deines Stores in zwei Sätzen auf und liste fünf Marken, die dazu passen. Wie ein Laden auf Zeit mit Wylli aussieht, siehst du auf der Seite Wylli für Pop-up-Stores. Im Konfigurator setzt du eine Fläche je Marke zusammen und siehst die Miete.

Regale auf Zeit, mit deinem Motiv.

Wylli mietest du genau so lange, wie du es brauchst, und die Wände tragen deine Werbung. Aufgebaut ohne Werkzeug, danach einfach zurückgeschickt.

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