Ratgeber · Pop-up und Laden

Was kostet ein Pop-up-Store?

Ein Pop-up-Store ist günstiger als ein fester Laden, aber nicht umsonst. Die meisten Gründer rechnen die Miete der Fläche durch und vergessen die Hälfte der übrigen Posten: Einrichtung, Strom, Kasse, Versicherung, die Stunden am Aufbautag. Wer vorher alle Posten kennt, plant ruhiger, verhandelt besser und erlebt nach der Eröffnung keine Überraschungen. Hier sind die Kosten, mit denen du rechnen solltest, wo sich sparen lässt und ein Rechenbeispiel für die Einrichtung.

Die Fläche: der größte Posten

Der größte Posten ist fast immer die Miete der Fläche. Sie hängt von Stadt, Lage, Größe und Dauer ab, und sie wird je nach Vermieter pro Tag, pro Woche oder pro Monat abgerechnet. Manche Vermieter nennen einen Preis mit Nebenkosten, andere ohne. Vergleichbar sind Angebote erst, wenn du beide auf dieselbe Dauer und denselben Umfang umrechnest.

Frag deshalb genau nach, was im Preis steckt. Strom, Heizung, Wasser, Reinigung, Internet, Versicherung und eine Kaution sind nicht immer dabei. Und kläre, ab wann du hineindarfst: Ein Aufbautag vor der Eröffnung, der nicht als Miettag zählt, ist Gold wert. Dasselbe gilt für den Abbau am Tag nach dem letzten Verkaufstag.

Schau dir die Fläche an, bevor du unterschreibst. Eine Säule in der Mitte, ein Schaufenster ohne Strom oder ein Hinterhof ohne Aufzug kosten später Zeit und Geld. Miss den Grundriss und den Weg hinein, dann weißt du, wie viel Einrichtung überhaupt hineinpasst.

  • Miete je Tag, Woche oder Monat, mit oder ohne Nebenkosten
  • Strom, Heizung, Wasser, Internet, Reinigung: was ist dabei, was zahlst du extra
  • Kaution für die Fläche und wann sie zurückkommt
  • Aufbau- und Abbautag: zählen sie als Miettage?
  • Was darfst du: Werbung am Fenster, Musik, Öffnungszeiten, Veranstaltungen

Einrichtung und Ladenbau: drei Wege

Regale, Tresen und Präsentationsflächen entscheiden, ob dein Laden nach deiner Marke aussieht oder nach Zwischenlösung. Das ist der Posten, bei dem sich Pop-ups am meisten unterscheiden: Manche stehen mit geliehenen Klapptischen da, andere wie ein fertiger Flagship-Store. Dafür gibt es drei Wege:

  • Maßgefertigter Ladenbau: sieht hochwertig aus, braucht aber Planung, Vorlauf und Handwerker. Für wenige Wochen lohnt sich das selten, und nach dem Pop-up ist der Einbau meist Sperrmüll.
  • Gekaufte Regale: schnell da, aber nach dem Pop-up stehen sie im Lager oder müssen verkauft werden. Und sie sehen oft nach Möbelhaus aus, weil sie für Wohnzimmer gemacht sind, nicht für Ware.
  • Gemietete Einrichtung: Du zahlst nur für die Zeit, in der du sie brauchst. Danach geht sie zurück, ohne Lager, ohne Weiterverkauf und ohne Entsorgung.

Werbung und Gestaltung

Damit Leute kommen, brauchst du Aufmerksamkeit: Beschriftung im Schaufenster, Plakate in der Nachbarschaft, Beiträge in sozialen Medien, vielleicht eine kleine Eröffnungsaktion mit Getränken. Plane dafür ein eigenes Budget ein, auch für die Gestaltung, falls du Logo und Motive nicht selbst setzt.

Ein Teil davon lässt sich mit der Einrichtung verbinden: Wenn die Wände deiner Regale dein Motiv tragen, wird die Einrichtung selbst zur Werbefläche, im Laden und auf jedem Foto, das deine Gäste teilen. Eine Motivwand hinter der Kasse oder am Ende des Gangs ersetzt das Plakat an der Wand und sieht auf Instagram besser aus als jedes Roll-up.

Rechne auch die Kleinigkeiten mit: Preisschilder, Hinweisschilder, Visitenkarten, Tragetaschen mit Logo. Einzeln sind sie billig, zusammen fallen sie auf.

Personal, Kasse und Betrieb

Wer steht im Laden? Rechne die Stunden für dich und dein Team ehrlich durch, auch für Auf- und Abbau, für den Einkauf und für den Abend, an dem du Beiträge für die sozialen Medien schreibst. Zwei Wochen Pop-up mit zehn Stunden am Tag sind schnell 140 Stunden, die niemand bezahlt, wenn du sie nicht einplanst.

Dazu kommt der Betrieb: ein Kassensystem mit Kartenzahlung (meist Monatsgebühr plus Prozent je Zahlung), Verpackung, Wechselgeld, Ware auf Lager, und gegebenenfalls eine Versicherung für die Zeit vor Ort. Frag deine Haftpflicht, ob der Pop-up abgedeckt ist, bevor du die Tür aufmachst.

  • Stunden für dich und Helfer, inklusive Aufbau, Abbau und Pausen
  • Kassensystem, Kartenleser, Gebühren je Zahlung
  • Verpackung, Taschen, Kassenbons, Wechselgeld
  • Versicherung für Ware, Einrichtung und Besucher

Auf- und Abbau: Zeit ist auch Geld

Auch Zeit kostet Geld: Transport, Helfer, Aufbau, am Ende Abbau und Entsorgung. Je weniger Werkzeug und Handwerker du brauchst, desto kleiner bleibt dieser Posten. Plane mindestens einen halben Tag vor der Eröffnung und einen halben Tag nach dem letzten Verkaufstag ein, bei größeren Flächen je einen ganzen.

Was dabei gern vergessen wird: der Weg zurück. Gekaufte Regale müssen irgendwohin, Ladenbau muss abgerissen und entsorgt werden, die Fläche besenrein übergeben. Bei gemieteter Einrichtung packst du die Kartons und gibst sie beim Paketdienst ab, das war es.

Rechenbeispiel: Einrichtung mit Wylli

Ein Pop-up mit zwei Regalwänden, einer Insel und einem Tresen, zusammen 24 Felder wie in der Vorlage „Pop-up“, für vier Wochen. 8 Wände tragen dein Motiv: eine Rückwand hinter der Kasse und die Stirnseite der Insel, die man vom Eingang aus sieht. Öffne die Vorlage „Pop-up“ im Konfigurator, dann siehst du den Preis für deinen Zeitraum und wählst die Wände mit deinem Motiv.

PostenBetrag netto
Miete 24 Felder, 28 Tage, mit Staffelrabatt879,12 €
8 bedruckte Wände, einmalig, gehören danach dir159,20 €
Versand hin und zurück, etwa 2 Pakete58,00 €
Zusammen1.096,32 €
Kaution, kommt nach der Rückgabe zurück480,00 €

Was im Beispiel nicht steckt

Die Böden aus Birke oder Weiß sind im Feldpreis drin. Wer Acrylböden, Milchglaswände oder einen Regalboden oben möchte, zahlt je Teil und Woche dazu: Milchglaswand 4,90 €, Regalboden oben 1,90 €, abgerechnet nach Tagen mit demselben Staffelrabatt. Jedes weitere freistehende Regal kostet 4,95 € je Woche, weil es eigene Leisten und Hubs braucht. Die Vorlage im Beispiel ist ein Regal; stellst du Insel oder Tresen getrennt auf, kommt dieser Aufschlag je Regal dazu.

Die Kaution von 480,00 € liegt zwischendurch bei uns und kommt nach der Prüfung zurück, spätestens 5 Werktage nach dem Eingang. Sie ist kein Kostenpunkt, aber du musst sie vorstrecken; plane sie im Budget als Liquidität ein, nicht als Ausgabe.

So sparst du

Hast du noch kein Motiv, gestalten wir es für dich, zum Beispiel mit dem Paket „Werbemotiv“ für 99,00 € je Motivfläche. Ein paar Tipps, die sich bei jedem Pop-up lohnen:

  • Frag früh nach Flächen. Viele Städte vermitteln leere Läden zur Zwischennutzung, oft zu günstigen Bedingungen, weil Leerstand dem Vermieter mehr schadet als eine kleine Miete. Manche Programme stellen auch die Einrichtung, etwa mit einer Ausstattung für Pop-up-Programme.
  • Teil dir die Fläche mit einer zweiten Marke, die zu dir passt. Halbe Miete, doppelte Aufmerksamkeit, und zwei Teams für die Ladenschichten.
  • Miete die Einrichtung so lange, wie du sie brauchst: Abgerechnet wird bei Wylli nach Tagen, ab 7 Tagen, und jede weitere Woche wird günstiger, bis zu 30 %.
  • Leg dein Motiv so an, dass es auch beim nächsten Mal passt: keine Daten, keine Adresse, keine Aktionspreise auf der Wand. Die bedruckten Wände gehören dir und kommen beim nächsten Pop-up wieder zum Einsatz, du mietest dann nur das Regal.
  • Bau selbst auf. Ein System ohne Werkzeug braucht keinen Handwerker, zu zweit steht ein Feld in wenigen Minuten.

Dein Budget auf einen Blick

Zum Schluss alle Posten in einer Tabelle, damit du nichts vergisst. Trag deine Zahlen daneben, dann hast du in einer halben Stunde ein Budget, mit dem du zum Vermieter und zur Bank gehen kannst.

PostenFälligWoran du denken solltest
Flächevorab, oft mit KautionNebenkosten, Aufbautag, Abbautag
Einrichtungvorabmieten statt kaufen, Versand hin und zurück
Werbung und GestaltungvorabMotiv auf den Wänden, Schilder, Beiträge
Personallaufendeigene Stunden ehrlich rechnen
Kasse und BetrieblaufendGebühren je Zahlung, Verpackung, Versicherung
Auf- und Abbauam Anfang und EndeHelfer, Transport, Entsorgung
Warevorabnicht zu viel, lieber nachbestellen
Pufferimmerzehn Prozent für das, was keiner geplant hat

Regale auf Zeit, mit deinem Motiv.

Wylli mietest du genau so lange, wie du es brauchst, und die Wände tragen deine Werbung. Aufgebaut ohne Werkzeug, danach einfach zurückgeschickt.

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