Ein Blickfang, nicht zehn
Gib dem Auge einen Ort, an dem es zuerst landet. Das kann ein großes Motiv sein, ein einzelnes Produkt auf einem Podest oder eine auffällige Farbe, die sich vom Rest der Straße abhebt. Alles andere ordnet sich dem unter: kleiner, weniger, ruhiger.
Weniger ist hier mehr. Ein Fenster voller Ware wirkt unruhig, und niemand weiß, wohin er schauen soll; das Auge gleitet weiter zum nächsten Laden. Lass bewusst Fläche frei. Eine leere Fläche neben dem Blickfang ist kein verschenkter Platz, sie ist der Rahmen, der ihn wirken lässt.
Ein Test, der immer funktioniert: Fotografiere dein Fenster von der anderen Straßenseite mit dem Handy und schau dir das Bild klein an, wie eine Vorschau in den sozialen Medien. Erkennst du in einer Sekunde, worum es geht? Wenn nicht, ist zu viel drin.
Höhen und Ebenen
Ein flaches Fenster wirkt schnell langweilig: alles auf einer Höhe, alles gleich wichtig. Staffle deine Produkte in verschiedenen Höhen, damit das Auge wandern kann, von vorn unten nach hinten oben. Podeste, Stufen und ein Regal mit mehreren Etagen geben dir diese Höhen, ohne dass du Kisten stapeln musst.
- Die wichtigsten Dinge gehören auf Augenhöhe, etwa zwischen Brust und Kopf eines Erwachsenen, also 120 bis 170 cm über dem Gehweg.
- Nach unten kommen größere, ruhige Stücke, nach oben leichte und kleine.
- Ordne in Gruppen von drei oder fünf. Ungerade Zahlen wirken natürlicher als Reihen.
- Lass Abstand zwischen den Gruppen, damit jede für sich wirkt.
- Dreh ein Stück je Gruppe leicht schräg: Das bricht die Reihe und wirkt, als hätte jemand es gerade hingestellt.
| Felder übereinander | Außenhöhe | Zone im Fenster |
|---|---|---|
| 1 | 41,0 cm | Podest für ein großes Stück, Sockel für den Blickfang |
| 2 | 78,5 cm | Tischhöhe: Gruppen von drei, Bestseller vorn |
| 3 | 116,0 cm | Augenhöhe von der Straße: der wichtigste Platz |
| 4 | 153,5 cm | Rückwand mit Motiv, oben leichte Stücke oder nichts |
Eine klare Botschaft
Frag dich: Was soll jemand nach drei Sekunden wissen? Neue Kollektion, Rabatt, Eröffnung, ein bestimmtes Produkt? Wähle eine Sache. Zwei Botschaften im selben Fenster heben sich gegenseitig auf, drei sind Lärm.
Halte Texte kurz. Ein Satz oder ein einzelnes Wort reicht, wenn es groß und gut lesbar ist. Prüfe von der anderen Straßenseite aus, ob man ihn lesen kann, und zwar im Gehen, nicht im Stehen. Serifenlose Schrift, hoher Kontrast, keine Schreibschrift auf Glas.
Die Botschaft gehört auf die Rückwand oder auf eine Fläche direkt hinter dem Blickfang, nicht auf die Scheibe. Folie auf Glas spiegelt, altert und verdeckt den Blick ins Fenster; eine bedruckte Wand dahinter nicht.
Wände mit Motiv
Mit Wylli baust du Regalstufen und Rückwände für dein Fenster und mietest sie nur für die Dauer der Aktion, ab 7 Tagen. Die Wände tragen dein eigenes Motiv und sind damit die Werbefläche zur Straße. Eine Wand misst 37,2 cm im Quadrat; mehrere nebeneinander und übereinander ergeben eine durchgehende Fläche, auf der ein Motiv über die ganze Rückwand läuft, mit 3 mm Fuge dazwischen, die im Motiv kaum auffällt.
Die bedruckten Wände sind aus weißem PVC-Hartschaum, matt lackiert: Dein Motiv wirkt deckend und kräftig, auch bei Sonne, und die Fläche spiegelt kaum. Soll abends eine Fläche zur Straße leuchten, nimm milchige Wände ohne Druck und stell eine Leuchte mit Abstand dahinter. Eine bedruckte Wand kostet 19,90 € netto, einmalig, mindestens 2 je Buchung, und gehört danach dir.
Wylli ist nur für Innenräume gedacht. Ein Fenster hinter Glas zählt dazu, nur nicht direkt an Heizung oder Strahler, und bei einem Südfenster im Sommer lohnt ein Blick auf die Temperatur hinter der Scheibe.
Licht
Ein Schaufenster wird auch abends gesehen, oft sogar vor allem dann, wenn die Straße leerer ist und die Leute langsamer gehen. Gutes Licht entscheidet, ob es wie eine kleine Bühne wirkt oder wie ein dunkles Loch zwischen zwei beleuchteten Nachbarn.
- Leuchte den Blickfang gezielt an, den Rest etwas weniger. Ein Spot von schräg oben zeichnet Form und Schatten.
- Achte auf Spiegelungen im Glas. Prüfe das Fenster tagsüber und im Dunkeln von draußen; je heller es innen ist, desto weniger spiegelt die Scheibe.
- Vermeide harte Schatten auf dem Motiv, ein zweiter, schwächerer Spot von der anderen Seite hilft.
- Warmes und kühles Licht nicht mischen, das wirkt unruhig. Eine Farbtemperatur für das ganze Fenster.
- Zeitschaltuhr: Das Licht geht an, wenn es dämmert, und aus, wenn niemand mehr vorbeigeht.
Der Wechselrhythmus
Ein Fenster, das sich nie ändert, sieht man irgendwann nicht mehr. Wer täglich vorbeigeht, soll merken, dass sich etwas tut; das ist der Moment, in dem er doch einmal hineinschaut. Plane feste Wechsel, zum Beispiel alle zwei bis vier Wochen oder zu jeder Kampagne, und halte dich daran, auch wenn gerade viel los ist.
Setze dafür einen festen Termin in den Kalender und bereite den nächsten Aufbau vor, bevor der alte abgebaut wird. So bleibt das Fenster nie leer. Mit einem gemieteten Regal ist der Wechsel einfach: Stufen umbauen, andere Ware, eine neue bedruckte Wand, und die alte Wand wandert ins Lager für die nächste Saison.
Kleiner Wechsel, große Wirkung: Manchmal reicht es, die Farbe der Rückwand zu tauschen oder den Blickfang von links nach rechts zu stellen. Nicht jeder Wechsel braucht neue Ware.
Fenstertiefe messen
Miss vor der Planung Breite, Höhe und vor allem Tiefe des Fensters. Miss auch bis zur Scheibe, zu Heizkörpern und zur Tür, falls eine ins Fenster führt, und die Höhe des Sockels über dem Gehweg, denn sie entscheidet, auf welcher Etage die Augenhöhe liegt.
Ein freistehendes Regal darf höchstens 3-mal so hoch wie tief und wie breit sein. In einem flachen Fenster mit einem Feld Tiefe sind das bis zu 3 Felder Höhe, höher geht es mit einer Befestigung an der Wand oder mit zwei Feldern Tiefe. Ein Feld hat rund 41 cm Außenmaß, jedes weitere Feld in einer Richtung bringt 37,5 cm dazu, damit rechnest du schnell nach, was in dein Fenster passt.
Rechenbeispiel: ein Fenster für vier Wochen
Ein Schaufenster mit 2,5 m Breite und einem Feld Tiefe: eine Stufe aus 6 Feldern wie in der Vorlage „Schaufenster“, hinten drei Felder hoch, vorn zwei, dazu zwei bedruckte Wände als Rückwand oben mit deiner Botschaft. Für vier Wochen kostet das 219,78 € Miete netto, die zwei Wände 39,80 € einmalig, der Versand hin und zurück 29,00 € für ein Paket. Die Kaution von 120,00 € kommt nach der Rückgabe zurück. Beim nächsten Wechsel bleiben die Wände bei dir, du mietest nur das Regal.
- Die Zehn-Sekunden-Probe vor der Freigabe: Was sieht man zuerst?
- Ist die Botschaft im Gehen lesbar?
- Liegt das Wichtigste auf Augenhöhe?
- Wie sieht das Fenster im Dunkeln aus?
- Wann ist der nächste Wechsel, und steht er im Kalender?


































