Lichtarten: Grundlicht, Akzentlicht und Gegenlicht
Ein Fenster mit nur einer Lichtquelle wirkt flach. Mischst du die Arten, bekommt es Tiefe, und jede hat eine eigene Aufgabe:
| Lichtart | Aufgabe | Im Fenster |
|---|---|---|
| Grundlicht | Gleichmäßige Helligkeit | Leuchtband oder Strahler, die die Fläche gleichmäßig ausleuchten |
| Akzentlicht | Hebt die Ware heraus | Einzelne Spots auf Produkte, schräg von oben, etwa im Winkel von 30 Grad |
| Hintergrundlicht | Gibt der Rückwand Wirkung | Licht von vorn auf die Wand, ohne die Scheibe zu treffen |
| Gegenlicht | Lässt Wände leuchten | Leuchte hinter milchigen Wänden ohne Druck, mit Abstand |
Farbtemperatur und Zeitschaltung: Wann soll welches Licht an?
Die Farbtemperatur wird in Kelvin angegeben und beschreibt, ob Licht warm oder kühl wirkt. Warmes Licht wirkt gemütlich und schmeichelt Holz, Leder und Haut; neutrales Licht wirkt klar und sachlich und zeigt Weiß als Weiß, gut für Technik, Kosmetik und Papier. Entscheide dich für eine Farbtemperatur im ganzen Fenster, gemischt wirkt es unruhig, und die Ware sieht je nach Licht anders aus als im Laden.
Eine Zeitschaltung nimmt dir das Ein- und Ausschalten ab. Schalte das Akzentlicht abends ein, wenn die Straße dunkler wird, und lass es nach Ladenschluss nur so lange laufen, wie sich das Fenster lohnt: in einer Ausgehstraße bis Mitternacht, in einer Wohnstraße bis 22 Uhr. Frag bei Hausverwaltung oder Vermieter nach, ob es Regeln für Licht nach Ladenschluss gibt.
Spiegelung und Blendung: Wie vermeidest du sie?
Die Scheibe verhält sich wie ein Spiegel für alles, was heller ist als das Fenster dahinter, und das gilt auch für deine eigenen Leuchten: Ein Strahler, der in die Scheibe leuchtet, ist von draußen ein weißer Fleck, hinter dem man nichts sieht.
- Strahler so ausrichten, dass sie nicht auf die Scheibe fallen, sondern auf die Ware; von oben nach unten, nie von unten nach oben.
- Leuchten verdeckt anbringen, damit sie sich nicht in der Scheibe zeigen: hinter einer Blende, in der Fensterdecke, hinter der Rückwand.
- Matte Flächen im Fenster spiegeln weniger als glänzende; ein matter Boden und matte Wände beruhigen das Bild.
- Von der Straße aus prüfen, aus mehreren Winkeln und zu verschiedenen Tageszeiten, auch schräg von der Seite.
- Abstand zu Ware und Material halten: Keine Leuchte direkt an Regal, Wänden oder Ware, denn Wärmequellen gehören nicht an die Teile. Beachte die Angaben des Leuchtenherstellers.
Wann lohnt Gegenlicht hinter milchigen Wänden?
Gegenlicht geht bei Wylli mit den milchigen Wänden: Sie sind unbedruckt und durchscheinend, mit einer Leuchte dahinter wird die ganze Fläche gleichmäßig hell, ähnlich wie ein Leuchtkasten. Das zeigt sich vor allem abends oder an trüben Tagen. Bedruckte Wände sind dagegen deckend und matt („Hartschaum weiß, matt“): Ihr Motiv strahlst du von vorn an, dann wirkt es tagsüber und abends gleich kräftig. Beides lässt sich verbinden, etwa ein Motiv in der Mitte und links und rechts milchige Wände, die von hinten leuchten.
Stell das Gegenlicht so, dass Ware vor der Wand nicht zur Silhouette wird: Was vor einer leuchtenden Wand steht, braucht eigenes Licht von vorn, sonst sieht man nur den Umriss. Und teste es abends, nicht nachmittags.
Ein Probeaufbau an einem Abend
Nimm dir einen Abend nach Ladenschluss und geh das Fenster in dieser Reihenfolge durch; jede Stufe kommt einzeln dazu, damit du siehst, was sie bringt:
- Alles aus, auch das Ladenlicht. Von draußen schauen: Das ist der Nullpunkt.
- Nur das Grundlicht an. Ist das Fenster gleichmäßig hell, ohne dunkle Ecken?
- Akzentlicht dazu, Spot für Spot auf ein Produkt. Nach jedem Spot von draußen prüfen: Spiegelt er? Blendet er?
- Hintergrund- oder Gegenlicht dazu. Wirkt das Motiv, bleibt die Ware davor sichtbar?
- Das Ladenlicht wieder an. Verändert es das Fenster? Dann braucht es eine Blende zwischen Laden und Fenster.
- Zum Schluss ein Foto von der anderen Straßenseite, mit dem Nachbarfenster im Bild: Dein Fenster sollte das hellere sein.
Checkliste Schaufensterbeleuchtung
Geh die Punkte beim Probeaufbau durch und bei jedem Wechsel der Deko noch einmal:
- Grundlicht, Akzentlicht und, falls vorhanden, Gegenlicht getrennt schaltbar.
- Eine Farbtemperatur im ganzen Fenster.
- Keine Spiegelung der Leuchten in der Scheibe, geprüft von der Straße.
- Abstand zwischen Leuchten, Ware, Wänden und Regal eingehalten.
- Zeitschaltung eingestellt und mit den Hausregeln abgeglichen.
- Abendkontrolle: Wirkt das Motiv, ist die Ware zu sehen, ist das Fenster heller als die Nachbarn?
Dein nächster Schritt
Stell dich abends auf die Straße und fotografiere dein Fenster. Notiere, wo sich etwas spiegelt und welche Ware im Dunkeln liegt. Das ist deine Aufgabenliste für das nächste Licht. Wie ein Schaufenster mit Wylli aussieht, zeigt die Seite Wylli für Schaufenster. Plane das Fenster samt Wänden im Konfigurator.


































