Der Hintergrund
Der Hintergrund soll das Produkt tragen, nicht mit ihm konkurrieren. Neutrale Flächen in Weiß, Grau oder einer ruhigen Farbe funktionieren fast immer; Weiß für Shops, bei denen die Bilder später freigestellt werden, eine Farbe für Beiträge in den sozialen Medien, die auffallen sollen.
Achte auf eine glatte Fläche ohne Knicke, Fugen und Schatten, die im Bild stören. Wer einen Farbverlauf möchte, rückt das Produkt weiter von der Wand weg und leuchtet die Wand getrennt aus. Und wer eine Marke zeigen will, nimmt eine bedruckte Wand mit Logo oder Motiv in den Hintergrund: unscharf, aber erkennbar.
Ein Tipp aus der Praxis: Leg dir zwei Hintergründe zurecht, einen hellen und einen dunklen. Helle Produkte wirken vor Dunkel, dunkle vor Hell, und du sparst dir das Umbauen mitten in der Produktion.
Podeste in verschiedenen Höhen
Ein Produkt auf Tischhöhe sieht schnell flach aus. Podeste geben dir Höhe und lassen dich mehrere Dinge staffeln: vorn das Hauptprodukt, dahinter und etwas höher zwei Begleiter, die den Zusammenhang zeigen. Ein Regalsystem im Raster gibt dir diese Höhen sofort, ohne Kisten und Bücherstapel unter dem Tuch.
- Mische hohe und niedrige Stufen. Das gibt Tiefe und lenkt den Blick auf das, was vorn steht.
- Wähle die Oberfläche passend zum Produkt: Holz wirkt warm, Weiß ruhig, Acryl leicht.
- Bei Acryl lässt du das Produkt fast schweben. Milchiges Acryl streut zudem das Licht von unten und nimmt harte Schatten weg.
- Prüfe, ob alles stabil steht, bevor du Glas, Keramik oder Technik daraufstellst.
- Markiere die Position des Produkts mit einem Stück Krepp auf dem Boden, damit jedes Stück der Serie an derselben Stelle steht.
| Felder übereinander | Außenhöhe | Wofür |
|---|---|---|
| 1 | 41,0 cm | Podest auf dem Boden für große Stücke, Sockel im Bild |
| 2 | 78,5 cm | Tischhöhe: der Standardplatz für Flakons, Keramik, Technik |
| 3 | 116,0 cm | Hohe Stufe im Hintergrund, Kamera auf Augenhöhe im Stehen |
Licht
Licht macht aus einem Foto ein gutes Foto, und es ist der Teil, an dem die meisten Produktfotos scheitern: zu dunkel, zu hart, zwei Farbtemperaturen auf einmal. Du hast mehrere Möglichkeiten, und sie lassen sich mischen, solange die Lichtfarbe gleich bleibt.
- Fenster: Weiches Tageslicht von der Seite ist kostenlos und gleichmäßig. Es ändert sich aber mit Wetter und Tageszeit, deshalb für Serien ungeeignet, die über Stunden gehen.
- Softbox: Gibt dir das gleiche Licht zu jeder Zeit. Stelle sie seitlich und etwas über das Produkt, nicht direkt dahinter und nicht frontal.
- Gegenlicht: Ein Licht hinter einer milchigen Wand lässt die Fläche gleichmäßig leuchten und zeichnet die Kanten des Produkts, gut für Glas und Flüssigkeiten.
- Aufheller: Eine weiße Fläche gegenüber der Lichtquelle hellt Schatten auf. Ein weißer Boden aus dem Regal, hochkant gestellt, reicht.
- Deckenlicht aus. Es mischt sich mit allem anderen und macht die Farben grau.
Kamera und Handy
Auch ein aktuelles Handy liefert brauchbare Produktfotos, wenn das Licht stimmt. Ein Stativ ist wichtiger als die Kamera, denn es hält Perspektive und Ausschnitt bei jeder Aufnahme gleich; das ist der Unterschied zwischen einer Serie und einer Sammlung von Einzelbildern.
Fotografiere auf Höhe des Produkts oder leicht von oben, je nach Form: flache Dinge eher von oben, hohe auf Augenhöhe. Nutze nach Möglichkeit eine längere Brennweite statt Weitwinkel, denn sie verzerrt weniger; am Handy ist das die Tele-Linse oder ein Schritt zurück. Stelle Belichtung und Weißabgleich fest ein, damit eine Serie einheitlich aussieht, und fotografiere im Zweifel etwas zu dunkel, das lässt sich leichter retten als ausgefressenes Weiß.
Requisiten
Requisiten erzählen, wofür ein Produkt gedacht ist: die Tasse neben der Kanne, das Blatt neben der Creme. Weniger ist auch hier mehr: Ein oder zwei Dinge reichen, und sie bleiben im Hintergrund.
- Wähle Farben, die zum Produkt passen oder ihm bewusst entgegenstehen, nie drei verschiedene.
- Nimm Dinge, die zum Einsatz gehören, etwa Pflanzen, Stoff, Papier oder das Werkzeug, mit dem man das Produkt benutzt.
- Halte Requisiten kleiner als das Produkt, damit es im Mittelpunkt bleibt.
- Mache immer ein Foto ohne Requisiten, das du für Shops und Kataloge freistellen kannst.
So läuft eine Produktion
Ein fester Ablauf spart mehr Zeit als jedes Gerät. Bei zwanzig Produkten an einem Tag entscheidet er, ob du um 16 Uhr fertig bist oder um 22 Uhr. Die Reihenfolge, die sich bei uns bewährt hat:
- Set aufbauen, Licht einstellen, Kamera auf dem Stativ festmachen: einmal, am Anfang, dann nicht mehr anfassen.
- Ein Testprodukt fotografieren und das Bild groß am Rechner ansehen, nicht nur am Display. Schärfe, Farbe, Spiegelungen prüfen.
- Alle Produkte in derselben Reihenfolge: Hauptansicht, Seite, Detail, dann das nächste. Nicht zwischendurch das Licht ändern.
- Dieselbe Position für jedes Stück, die Kreppmarke hilft. Staub und Fingerabdrücke vor jedem Bild wegwischen.
- Nach jedem fünften Produkt kurz die Bilder durchsehen. Ein Fehler, der sich eingeschlichen hat, kostet sonst den ganzen Tag.
- Erst am Ende umbauen: andere Höhe, anderer Hintergrund, zweite Serie.
Das Set für mehrere Produktionen umbauen
Ein Set, das fest aufgebaut bleibt, passt irgendwann nicht mehr: neue Produkte, andere Größen, ein neuer Look für die Kampagne. Besser ist ein System, das du in kurzer Zeit umbaust: andere Höhen, andere Wand, anderer Boden. Dann ist das Set kein Möbel, sondern ein Werkzeug.
Mit Wylli mietest du dein Set nur für die Zeit der Produktion, ab 7 Tagen. Die Böden gibt es in Birke, Weiß (MDF) und gegen Aufpreis in Acryl, transparent oder milchig (4,90 € je Boden und Woche). Die Wände sind milchig (4,90 € je Woche, für Gegenlicht) oder tragen dein eigenes Motiv und werden so zur Werbefläche im Bild. Wylli ist nur für Innenräume gedacht.
Ein Feld misst rund 41 cm im Außenmaß, das Raster ist 37,5 cm. Aus einer Regalwand werden so nach der Produktion mehrere Podeste, und aus den Podesten am nächsten Tag ein Tisch. Ein Beispiel: Die Vorlage „Studio“ mit 12 Feldern kostet für eine Woche 118,80 € Miete netto, dazu 29,00 € Versand hin und zurück und die Kaution von 240,00 €, die nach der Rückgabe zurückkommt. Für eine Produktion am Wochenende reicht das, für eine Saison mit mehreren Shootings wird jede weitere Woche günstiger.


































